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Press Room DSGVO und E-Privacy: Wie Publisher und Marketer auch künftig rechtskonform Daten erheben können

DSGVO und E-Privacy: Wie Publisher und Marketer auch künftig rechtskonform Daten erheben können

Die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) tritt im kommenden Jahr ganz sicher in Kraft, die E-Privacy-Richtlinie vielleicht. So oder so: Künftig wird es deutlich schwieriger sein, Daten zur Ausspielung von Online-Werbung oder zur Kundenansprache zu nutzen – on- wie offline. Unternehmen müssen daher bei der Datenerhebung andere Wege gehen. Welche das sein können, erklärt Privacy-Experte Christopher Reher.

Der Consultant für IT- und Datenschutzrecht bei Platform 161 (siehe Kasten) ist sicher: Die Datenschutz-Grundverodnung, die ab dem 25. Mai in den EU-Ländern verbindlich angewendet werden muss, und die E-Privacy-Richtlinie werden für eine Marktbereinigung sorgen, “weil bestimmte Geschäftsmodelle den neuen Vorschriften nicht standhalten können.” Werbungtreibende schlagen deswegen auch bereits massiv Alarm.
Die Auswirkungen der neuen Gesetzgebung könne man aber auch positiv sehen, so Reher: Daten, die nach Einwilligung der Nutzer erhoben wurden, seien wertvoller und dürften eher zu einer Conversion führen. Hinzu komt: “Wir müssen Werbung dann so gestalten, dass die Nutzer auch beworben werden wollen. Und wir müssen sinnvolle Einwilligungsmodelle kreieren, die dem Nutzer zeigen, dass ihm die Werbung oder eine App, die seine Daten nutzt, echten Mehrwert liefert.”


ZUR PERSON:

Christopher Reher, 33, startete seine Karriere als Projektmanager und Leiter im klassischen Suchmaschinen-Marketing. Er hält ein Diplom im Bereich Informations- und Kommunikationsrecht. Reher ist bei Platform 161 als Consultant für IT- und Datenschutzrecht tätig. Das Unternehmen stellt DSP-Anbindungen her und entwickelt individuelle Algorithmen für Advertiser, Agenturen und Publisher.


Im Folgenden erklärt Reher, wie solche Modelle aussehen können.

“Der Markt muss dieses Problem gemeinsam lösen”

Wie können Werbungtreibende und Publisher ihre Nutzer am besten davon überzeugen, Daten bereitzustellen? Aus meiner Sicht gibt es unterschiedliche Modelle, die zur Einwilligung der Nutzer führen können. Bei Publishern gibt es zum einen das Modell Single-Publisher. Dabei holt ein einzelner Publisher gleichzeitig auch die Freigabe der Nutzer für alle seine Dienstleister ein. Dann gibt es das Log-In-Modell. Bei diesem Prozess wird der Nutzer in der Regel gefragt, welche Daten er freigeben will. Um den Markt nicht zu sehr zu zerfasern, würde sich dieses Modell vor allem für Publisher-Allianzen anbieten.

Das heißt: Es wird mehr Daten-Allianzen wie Verimi geben? Davon gehe ich aus. Allerdings wäre es hierbei wichtig, dass nicht viele verschiedene Inseln geschaffen werden, sondern ein möglichst einheitliches Umfeld. Der Markt muss dieses Problem gemeinsam lösen.


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Welche Einwilligungs-Modelle gibt es noch? Variante Nummer drei wäre der Browser als Gatekeeper, das für den Nutzer sicher bequemste Modell. Für die Branche ist dieses Modell aber schwierig, weil dies einen ganz starken Machtzuwachs für Frontend-Darsteller wie Google, Apple oder Microsoft bedeuten würde. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, die verschiedenen Ad-Slots vor der Ausspielung der Werbung mit Info-Bannern zu belegen. Darin kann man dem Nutzer transparent machen, wer man ist, was man macht und welche Daten man dafür braucht. Dieser Ansatz würde Werbungtreibende und DSPs in die Pflicht nehmen, während die Publisher nicht viel Arbeit damit hätten. Für die Nutzer wäre es allerdings belastend, weil sie bei jeder Erstausspielung erst einmal einen Fragebogen beantworten müssten. ire